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Bei Hartje kauft fast jeder Fahrradhändler in Deutschland regelmäßig ein. Als einer der führenden Großhändler sorgt das Unternehmen aus dem norddeutschen Hoya dafür, dass Fahrradläden immer genügend Fahrradschläuche, Bowdenzüge und andere wichtige Ersatzteile für ihre Kunden vorrätig haben. Hartje ist zudem auch einer der führenden Fahrradhersteller in Deutschland, obwohl den Firmennamen wohl kaum ein Verbraucher zuvor schon gehört haben dürfte. Dafür aber den Namen der sportlichen Hartje-Marke Conway, die in Tests der Mountainbike-Zeitschriften regelmäßig auf Top-Platzierungen zu finden ist.
Seit dem Relaunch der Marke vor drei Jahren bietet Conway wieder Sportgeräte für Mountainbiker mit professionellem Anspruch.
Als Conway 1993 als Marke gegründet wurde, erlebte der damals noch junge Mountainbike-Sport gerade seine Blütephase in Deutschland. Dass die Marke aus dem niedersächsischen Weserland dennoch selten im Zusammenhang mit den Pionieren der Mountainbike-Szene genannt wird, mag an ihrer ursprünglichen Ausrichtung liegen: Die frühen Conway-Bikes boten zwar bereits viel Gegenwert für den Kaufpreis und waren solide gebaut, doch schlussendlich war das Profil der Marke – wie übrigens bei vielen Marktteilnehmern dieser Zeit – ziemlich austauschbar. Dass im Laufe der Jahre noch straßenverkehrstaugliche ATBs, Trekking- und City-Räder von Conway in großen Stückzahlen in den Fachhandel rollten, hat die Marke zwar bundesweit bekannt gemacht. Deren ursprüngliches Profil als Mountainbike-Marke geriet dadurch aber mehr und mehr in Vergessenheit.
Auch feine Rennmaschinen gehören zum Repertoire von Conway.
Inzwischen wird Conway wieder in einem Atemzug mit einigen der angesagtesten Mountainbike-Anbieter genannt. Das verdankt die Marke einem radikalen Umdenken bei Hartje vor rund drei Jahren. Alle Modelle ohne sportliche DNA wurden damals aus dem Conway-Programm gestrichen und stattdessen bei der Hartje-Marke Victoria untergebracht. Zudem wurde ein Suspension-Guru als technischer Mastermind von Conway verpflichtet: Die damals neu vorgestellten Fully-Modelle der neuen Serie Q-Concept stammten aus der Feder von Thomas Kamm, dem Frontmann der Bike-Ideenschmiede German:A. Die Redakteure der Fachmedien werden sich wohl etwas ungläubig die Augen gerieben haben, welche feinen Bikes mit technisch innovativen Lösungen damals unerwarteter Weise von Conway in ihre Testlabors rollten. Die Testurteile fielen dafür umso deutlicher aus: Testnote „Sehr Gut“ lobten etwa die Fachmagazine Bike und MountainBike unisono die neuen Fully-Modelle von Conway.
Conway E-Rider Extreme: Der E-Rider ist ein Kraftpaket mit 1000-Watt-Motor.
Mountainbikes und auch einige hochwertige Rennräder sollten jedoch nicht das einzige Ergebnis der Zusammenarbeit mit Thomas Kamm bleiben: Im letztjährigen Sommer stellte Conway auf der Fachmesse Eurobike mit dem E-Rider eine technische Innovation vor, die erneut viel Aufmerksamkeit in der Fachwelt erntete. Der E-Rider ist ein Vollblut-Sportgerät für den Offroad-Einsatz, allerdings mit der zusätzlichen Power eines 1000 Watt starken Elektromotors. Die bereits seriennahen Prototypen versprechen ein völlig neues Sporterlebnis: den sportlichen Anspruch einer Mountainbike-Tour gepaart mit dem Thrill eines Motocross-Rennens.
Die Federungssysteme von Conway stammen aus der Feder von Suspension-Guru Thomas Kamm.
Voraussichtlich in der kommenden Saison sollen die ersten E-Rider von Conway in den Fachhandel rollen. Und auch dann wird die Marke wieder mit ihrer ureigenen Stärke auftrumpfen können: der Lieferfähigkeit auch während der Saison. Während die Top-Modelle bei vielen anderen Bike-Marken oft schon früh in der Saison ausverkauft sind, kann Hartje meistens noch eine Lieferung innerhalb 24 Stunden gewährleisten.
Ein Porträt von
© Markus Fritsch (Velobiz.de)
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